Drosera filiformis

31.03.10

Drosera filiformis ist eine Sonnentauart, die nur in Nordamerika vorkommt. Die Art unterscheidet sich durch ihre fadenförmigen Blätter (daher der deutsche Name "Fadenförmiger Sonnentau"), von anderen Arten. Der Querschnitt der Blätter ist rund. Filiformis ist auch mit, die einzige Sonnentauart,  die ihre Blätter nicht zur Beute hin bewegt. Allein die Tentakel führen eine aktive Bewegung zur Beute hin aus. Trotzdem ist Filiformis ein überdurchschnittlich guter Insektenvertilger. Im Gegensatz zu anderen Sonnentauarten hat ein Filiformis-Blatt nämlich Tentakel am ganzen Blatt. Der Blattstiel wurde  von der Evolution abgeschafft. Auf kleine Fluginsekten scheint D. filiformis eine magische Anziehungskraft auszuüben und so sind die Blätter zeitweise auch schwarz vor lauter toten Insekten.

D. filiformis besiedelt in zwei groben Unterarten Nordamerika: D. filiformis ssp. filiformis und D. filiformis var. tracy. Beide Unterarten bilden zusätzlich noch ganz bestimmte lokale Formen und Naturhybriden aus, so dass die Aufgliederung der Drosera-Art Filiformis in all ihren Formen leicht kompliziert ist.

Das Aussehen der Unterarten ist immer zweifelsfrei als D. filiformis zu bestimmen und gleicht sich im Allgemeinen. Var. tracy ist mit einer Höhe von bis zu 40 cm die größte Form und bleibt völlig grün. Sie ist nur bedingt winterhart. D. filiformis ssp. filiformis bleibt etwas kleiner und ist voll winterhart. In der Sonne färben sich ihre Tentakel rötlich. Sie besiedelt vor allem nördliche Gebiete der USA.

Die beiden von mir kultivierten Formen gehören der Unterart ssp. filiformis an, könnten aber trotzdem von den Kulturbedingungen kaum unterschiedlicher sein. Die typische Form D. filiformis ssp. filiformis ist wie gesagt winterhart. Ich habe Anfang 2009 zwei Jungpflanzen als Hibernakel (Überwinterungsknospen) gekauft. Sie haben ihren Platz auf dem Balkon bekommen und fingen dann im März an auszutreiben. Die beiden Pflanzen wuchsen recht schnell und sind bis zum Spätsommer fast ausgewachsen. Sie fanden dann ihren Weg in meinem neu gestalteten Moorkübel. Geblüht haben sie noch nicht. Leider ist mir eine Pflanze aus unbestimmten Gründen schon im Sommer abgestorben. Ich würde auf Wurzelfäulnis tippen. Ich habe aber  zum Glück noch  Blattstecklinge gemacht, die ich in einem Topf kühl, aber frostfrei überwintert habe. Aus einem Blatt konnte ich 7 Jungpflanzen ziehen. Zudem habe ich sie den Winter über praktisch nicht gegossen. Das Substrat blieb trotzdem, durch die hohe Luftfeuchtigkeit in meinem Doppelfenster, immer noch feucht. Die kühl überwinterten Stecklinge machten Anfang März 2010 erste Anstalten auszutreiben. Jetzt Ende März, stehen sie draußen auf dem Balkon und haben erste Tentakel mit Fangschleim gebildet.

Die fast adulte Pflanze im Moorkübel hat es nicht geschafft, den Winter 09/10 zu überleben. Der Winter war sehr kalt, aber ich denke, das war nicht das Hauptproblem. Ich halte meine Moorkübel sehr nass und ich denke, dass D. filiformis das nicht so sehr schätzt. Künftig werde ich die Art also gerade im Winter trockener und überwiegend frostfrei kultivieren. Auch wenn die Art als frosthart gilt, würde ich sagen, dass länger anhaltender Dauerfrost mit extremen Minustemperaturen, für diese Art ein Risiko darstellt und man sicherer mit einer frostfreien Überwinterung fährt.

 

 

Dann habe ich noch eine Form, die sich Drosera filiformis 'Red' nennt. Ich habe im Mai2009 zwei relativ ausgeachsene Pflanzen gekauft, von denen ich schon viele Blattstecklinge nachgezogen und auch Jungpflanzen aus Samen erhalten habe. Wie die Bezeichnung 'Red' schon deutlich macht, färbt sich diese Form in der Sonne schön rot aus. Sie bleibt mit einer Höhe von etwa 20cm etwas kleiner als die typische Form. Zudem ist sie nicht winterhart und bildet im Winter keine Winterknospe. Sie kommt in der Natur in einem  bestimmten, begrenzten Habitat in Florida vor, wo sie fast tropische  klimatische Bedingungen vorfindet. Es ist also klar, dass man sie ganzjährig warm durchkultiviert. Bisher hat mir auch diese rote Form keinerlei Schwierigkeiten gemacht. Ich kultiviere sie am Westfenster, wo sie aber zusätzlich noch relativ starkem Kunstlicht ausgesetzt ist. Einige Nachzuchten aus Stecklingen stehen im Terrarium, wo sie bei tagsüber ca. 30°C unter starkem Kunstlicht enorm schnell wachsen.

Allgemein gilt für die Art Filiformis, dass sie sehr gut über Blattstecklinge vermehrt werden kann. Es  bildeten sich immer nach ca. drei Wochen mehrere neue Triebe aus einem Blatt(teil).

Allgemein kann ich sagen, dass D. filiformis 'red' sehr einfach und unkompliziert zu kultivieren ist. Sie mag es ganzjährig warm und hell und ist sehr wüchsig. Ich würde sie als ideale Anfängerpflanze bezeichnen.

Hier die rote Form, D. filiformis 'red' aus Florida.

 

05.08.10

Nachdem ich leider 2 Exemplare D. filiformis ssp filiformis verloren habe (Den Stecklingsnachzuchten geht es aber gut), habe ich mir noch ein Exemplar gekauft. Auch diese Pflanze sieht mir nicht so toll aus. Zumindest würde ich mir ein schnelleres Wachstum wünschen. Die Stecklingsnachzuchten der ersten, nicht mehr lebenden Pflanzen, sehen gut aus, sind aber ebenfalls noch nicht so richtig in die Höhe geschossen.

Mehr freude bereitet mir dagegen D. filiformis 'California Sunset'. Es handelt sich um eine Hybride der beiden Unterarten, die ich im Frühjahr gekauft habe. Die Blätter sind gut 30cm hoch und die Pflanzen haben geblüht und werfen Samen ab. Obwohl die Art als winterhart gilt, werde ich sie keine größeren Fröste aussetzten und sie kühl und überwiegend frostfrei überwintern. Ich persönlich könnte sie nicht von D. filiformis ssp. filiformis unterscheiden. Blattstecklinge, die ich kurz nach dem Kauf aus einem adulten Blatt gemacht habe, brachten schon einen ganzen Topf voller Jungpflanzen hervor.

Das sind die Stecklinge von D. filiformis 'California Sunset'. Bilder der adulten Pflanzen misslingen mir dagegen völlig - weiß nicht warum...

Die Blüte von D. filiformis 'California Sunset'.

 

 

15.04.12

Leider haben meine 'California Sunset' den Winter nicht überstanden. Weil der Winter zunächst so warm war, habe ich die Pflanzen auf den Balkon gehabt. Ursprünglich hatte ich vor, die Pflanzen bei Frost frostgeschützt zu kultivieren. Leider kam dann der Frost sehr plötzlich und ich war zu langsam. Die Töpfe waren in der Pflanzschale festgefroren und ließenen sich nicht mehr loseisen. Ich ging denn davon aus, dass es sicher bald wieder wärmer wird. Naja, das Gegenteil war der Fall. Es hat nichts überlebt - nein, die Form 'California Sunset' ist nicht winterhart und ich war leider zu nachlässig.

Keine Verluste dagegen bei D. filiformis ssp. filiformis. Ich habe sie überwiegend frostfrei überwintert, aber bei Außentemperaturen von -15 bis -20°C ist das Substrat schon einige Male steinhart gefroren gewesen.

Weiterhin völlig unproblematisch, ist die rote Form aus Florida, die ich im Winter einfach durchkultiviere. Im Winter bilden auch sie haarige Knollen und teilweise kürzere Blätter.

 

Eine austreibende D. filiformis ssp. filiformis. Die Pflanze steht am Fenster. Die Pflanzen draußen sind noch nicht ganz so weit.

27.04.12

Zehn Tage später. Bei sonnigem Wetter legte die Pflanze ganz schön zu. Seit gestern habe ich die Pflanze auf dem Balkon, denn das Wetter ist für Karnivoren nun bombig - sonnige 24 Grad und es wird noch wärmer!

 

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